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Volkswagen: "Wir zeigen euch, wie Lohndumping in Europa richtig funktioniert"
Montag 15. September 2008 von Gerold Schwarz
Europa im Blick hat schon in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, wie denn ganz genau Lohndumping am konkreten Beispiel Volkswagen in der Praxis aussieht:
- Deutsche Lohndumpingmaschine: ein Praxisbeispiel
- Attac kritisiert deutsches Lohn- und Sozialdumping angesichts des VW-Streiks in Belgien
- Volkswagen: Bericht von der vordersten europäischen Globalisierungfront
- Volkswagen: "Mission Accomplished"
Ein Artikel auf der Infoseite Polen soll zum Anlass genommen werden, diese Tradition weiter zu verfolgen, indem wir diesen Artikel hier ebenfalls veröffentlichen.
Es scheint mir in diesem Zusammenhang notwendig, nochmals klarzustellen, dass die Kritik an dem Vorgehen von Volkswagen in diesem Fall nicht generell auf Investitionen in Osteuropa abzielt. Es geht vielmehr darum, darauf hinzuweisen, dass ein bestimmtes "Integrationsmodell" in Europa dafür sorgt, dass Grenzen dazu verwendet werden, Beschäftigte auf beiden Seiten gegeneinander auszuspielen. Dies funktioniert aber im Falle Osteuropas eben gerade nicht dadurch, dass im edlen Westen Arbeitsplätze abgebaut werden, die dann wieder im "wilden" Osten aufgebaut werden. In der Regel werden Industriearbeitsplätze in großen Unternehmen auf beiden Seiten der Grenzen abgebaut, und zwar in Osteuropa in noch größerem Umfang als in Westeuropa. Allerdings hat diese Deindustrialisierung in Osteuropa erheblich schmerzhaftere soziale Auswirkungen als in Westeuropa, was die dortigen Beschäftigten und Arbeitslosen dann im Endeffekt auch einem stärkeren Erpressungspotential aussetzt. Und bei diesem Spiel, dass mit Ausnahme der Bezieher von Vermögenseinkommen nur Verlierer kennt, bei diesem Spiel ist Volkswagen eben, wie untenstehender Artikel aufzeigt, in Osteuropa der allergrößte "Big Player".
Am Rande des Wirtschaftsforums in Krynica wurden wieder aufschlussreiche Statistiken über die Wirtschaftsentwicklung Mittelosteuropas veröffentlicht.
Bei der Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen in Ostmitteleuropa und der Ukraine sticht ein Faktum hervor: Kein Konzern hat so konsequent und erfolgreich die europäische Niedriglohn-Peripherie genutzt wie Volkswagen. Mit Skoda, Audi Hungaria und Volkswagen Slovakia hat VW gleich drei Unternehmen unter den 7 umsatzstärksten Unternehmen der Region platziert. Davor und bis Platz 20 danach befinden sich in der Rangfolge nur Energiekonzerne, Telekommunikationsunternehmen und der Handelsriese Metro. Mit Samsung Slovakia kommt erst auf Platz 21 ein weiteres Industrieunternehmen.
Volkswagen Polska (Poznan) folgt mit einem Umsatz von 2,1 Mrd. Euro und 5900 Beschäftigten übrigens erst auf Platz 58, - und ist doch mit Abstand der grösste Einzel-Industriebetrieb Polens. Volkswagen Motor Polska (Polkowice) steht mit 1,2 Mrd. Euro Umsatz und 1200 Beschäftigten auf Platz 126 der Rangfolge.
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Gerold Schwarz
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