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Europäische Krisenpakete: Stückwerk, zu wenig, zu spät
Dienstag 7. Oktober 2008 von Joachim Jahnke
Da erklären die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien in Paris theatralisch, sie würden keine größere Bank fallen lassen. Und wenige Stunden später muss die Bundesregierung eine Pauschalerklärung an die Sparer abgeben, weil der Pariser Spruch nicht geglaubt wird. Die Bundesregierung hat eine schwere Verantwortung auf sich geladen, indem sie den europäischen Krisenfond für die unterkapitalisierten Banken abgelehnt hat. Europa kann nur gemeinsam schwimmen oder gemeinsam sinken. Dafür sind die Finanzmärkte viel zu verzahnt. Außerdem sind die europäischen Banken weit schwächer kapitalisiert als die amerikanischen. Sie haben weit weniger Kernkapital im Verhältnis zu ihren Anlagen (Abb. 03769) und sind daher weit höher gehebelt, vor allem einige deutsche Banken (Abb. 03771):


Auch haben die europäischen Banken schon mehr abschreiben müssen als die amerikanischen und umgekehrt weniger neues Kapital aufnehmen können:

Die Bundesregierung hat besonders widersprüchlich und verspätet gehandelt. Lange wurde eine Garantieerklärung für Sparer abgelehnt. Dann kam sie nur in politischer Form ohne die Absicht einer rechtlichen Absicherung durch den Bundestag und nur für etwa 13 % dessen, was private Haushalte in Deutschland an Geldersparnissen angesammelt haben. Dabei ist die gesetzliche Einlagensicherung die ungünstigste in Europa (Abb. 03779). Andere Regierungen haben dagegen die gesetzlichen Regelungen erheblich angehoben:

Das Mißtrauen in das europäische Stückwerk zeigt sich im Fall des Euro gegenüber dem Dollar von schon 16 % in nur 3 Monaten:

und auch in dem weit stärkeren Fall der europäischen Börsen, einschließlich Dax, verglichen mit den amerikanischen:

Besonders böse stürzen heute trotz aller Rettungszusagen die deutschen Banken ab: Hypo Real Estate - 37 %, Commerzbank - 16 % und Deutsche Bank - 10 %:

Fazit: Auch die Börse traut der Bundesregierung nicht. Hier hilft nur noch Rekapitalisierung durch Teilverstaatlichung. Und das Mißtrauensbarometer für den Interbanken-Verkehr Libor steigt und steigt:

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Joachim Jahnke
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Europäische Krisenpakete: Stückwerk, zu wenig, zu spät19. November 2008, von K Hering
Lieber Joachim Jahnke
Ob diese Finanzkatastrofe nun ein Grund ist besonders auf die europäischen Eliten einzuprügeln halte ich für sehr fraglich. The Game is over - und die Hauptspieler sitzen NICHT in Brüssel / Paris / Berlin. Deutsche Häuslesbauer haben sich NICHT mit japanischen Krediten finanziert. Umso schockierender ist es daß das eigentlich grundsolide Pfandbriefsystem durch diesen Tsunami genauso kollabierte wie die die ABS Bundles. Der Kapitalmarkt macht keine Unterschiede mehr - er spielt Geldvernichtung , Rezession , Krisenbereinigung — und das macht er 100% ig. Ob Japan , Emerging markets , Ost oder Westeuropa - alle bekommen noch einmal die Knute des Dollardiktates zu spüren. Diese Dollars sind einfach in der Überzahl und ihre Besitzer werden bis zum bitteren Ende versuchen ihren Vorteil daraus zu ziehen. Wenn man also unseren Politschranzen einen Vorwurf machen möchte dann doch vielleicht den , daß sie sich zum Großteil vom angelsäschsischen Imperium haben kaufen lassen und nicht konsequent genug die Interessen der Euro-besitzer bedienen. Wenn schon Stabilitätspolitik dann doch bitte auch im Finanzsektor. Die aktuelle Krise zeigt hoffentlich allen EU Regierungen, daß man zu einer gemeinsamen Währung auch gemeinsame Ideen braucht Es wäre die Zeit für gemeinsame Leitmotive und ich denke Sarkozy denkt da (egal aus welchen Beweggründen ) in die richtige Richtung.
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Europäische Krisenpakete: Stückwerk, zu wenig, zu spät10. Oktober 2008, von Elke Reihl
Dass die Bundesregierung hier einen großen Bock geschossen hat, ist für jeden mit gesundem Menschenverstand ersichtlich.
Da jedoch 2009 Wahlen anstehen, sollte der Alleingang wohl ein diplomatischer Schachzug sein. Ein Versuch dem Otto- Normalbürger zu vermitteln, dass sich die Regierung um das eigene Volk kümmert und nicht gewillt ist bei enger Haushaltslage auch noch andere zu unterstützen. Man weiß doch, dass die Bevölkerung nach Entlastungen schreit und wie sehr sich die "LINKE" in dieser Beziehung engagiert und dadurch immer mehr Anhänger bekommt. Die Wahrheit ist eben sehr unangenehm. Damit lassen sich momentan keine Wahlversprechen formulieren, die glaubwürdig erscheinen und auf Vertrauen stoßen.
Nur leider haben Lügen immer schneller kurze Beine und dies sorgt dafür, dass man Vertrauen vollkommen verspielt. Man kann nur hoffen, dass uns diese Krise nicht in eine Situation vergleichbar mit der Weimarer Republik führt. Die Tendenz eines derartigen Nährbodens lässt sich vielerorts nicht mehr ganz ignorieren und wo uns das hinbringen könnte wird jeder wissen....
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