Links Logo Rechts

Die wunderbare Welt der Studiengebühren

Donnerstag 1. November 2007 von Gerold Schwarz

In Deutschland werden in den nächsten Wochen und Monaten ja flächendecken Studiengebühren eingeführt. Hier lohnt sich ein Blick auf das EU-Mitgliedsland Großbritannien, wo seit 1998 ebenfalls flächendeckend Studiengebühren eingeführt wurden, nachdem dort Jahrzehnte lang nur einige bekanntere Universitäten signifikante Beiträge erhoben hatten.

Die "Einstiegsgebühr" lag 1998 noch durchschnittlich bei 1000 Pfund, das entspricht etwa 1500 Euro. Mittlerweile, nach acht Jahren, sind die durchschnittlichen Studiengebühren auf 3000 Pfund jährlich angewachsen, also etwa 2200 Euro je Semester (ja ja, die haben mittlerweile auch auf 2 Semester umgestellt). Die Gebührenhöhe bei Einführung allgemeiner Gebühren sind also lediglich zum Einstieg gedacht, damit sich alle etwas langsamer daran gewöhnen können und der Aufschrau nicht so laut wird.

Da nicht alle StudentInnen am Ende des Studiums auf einem zu erwartenden Schuldenberg von mittlerweile etwa 15000 Pfund (ca. 22000 Euro) sitzen möchten oder oftmals auch nicht können, suchen diese zunehmend "studentische Nebentätigkeiten". Unglücklicherweise sind diese Studentenjobs oftmals sehr schlecht bezahlt, und dazu kommt noch, dass in GB das Studium immer noch viel verschulter ist als bei uns, und zusätzliche wöchentliche Hausaufgaben ebenfalls einen hohen Zeitaufwand erfordern. So lösen daher bereits 6% der britischen Studentinnen dieses Problem, indem sie mittels Prostitution ihren Zeitaufwand zur Bestreitung der Studiengebühren und sonstiger Lebenshaltungskosten verringern, damit sie mehr Zeit zum LErnen haben. Etwa ein Zehntel der Studentinnen arbeitet als "Begleitservice", in Massagesalons oder Stripbars. "Sophie" aus London berichtet:

"Im Vermittlungsbüro (der "Partnervermittlung") haben wir alle unsere Bücher oder Laptops dabei. Wir lernen alle nachts und machen dann Pausen mit den Jungs."

Noch 1999 konnte Sophie für eine ganze Nacht 2000 Pfund verdienen, aber der Wettbewerb durch osteuropäische Prostituierte hat das Einkommen geschmälert obwohl die Studiengebühren angestiegen sind.

Sophie: "Anstatt für 8 Pfund die Stunde bei McDonalds oder einem Laden zu arbeiten ist es manchmal einfacher, in diesem Gewerbe zu arbeiten, wo ich schneller Geld verdienen und die Miete bezahlen kann und dann mehr Zeit zum Lernen habe"

Darauf angesprochen, erklärt der Sprecher des britischen Universitätsverbands: "Die Einrichtungen bieten Dienste für Studenten in Nöten an, aber die Studenten sind (eigen-)verantwortliche Erwachsene und werden von uns auch so behandelt. Obwohl die Studiengebühren dieses Jahr bei 3000 Pfund liegen, könnten die StudentInnen ja mit der Bezahlung warten, bis sie ihren Abschluss und ein eigenes Einkommen haben"

Quelle: http://www.timesonline.co.uk/article/0,,2087-2393797.html

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Facebook
  • Google
  • Technorati
  • Live
  • Wikio
  • Furl
  • Reddit
  • Mister wong


Diesen Artikel per email versenden title= Per email versenden...


Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 240935

Realisiert mit SPIP 1.9.2c + ALTERNATIVES

RSS de RSSGesellschaft RSSSoziales ?

Creative Commons License

kostenloser Counter Bloggeramt.deBlogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de