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Deutsche Arbeitslosigkeit im Dezember

Montag 28. Januar 2008 von Joachim Jahnke

Für Dezember verzeichnet die Statistik der Bundesagentur gegenüber Vormonat einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 78.000. Doch angesichts des im Vorjahresvergleich starken Aufbaus an prekären Beschäftigungsverhältnissen, besonders der unsicheren Leiharbeitsverhälnisse, des hohen Sockels an geringfügig bezahlten Arbeitsverhältnissen und der fortgesetzten "administrativen Bereinigung" und der - von der Arbeitsmarktpolitik unabhängigen - demographische Entwicklung ist die Arbeitsmarktsituation trotz aller Erfolgsmeldungen immer noch schwierig. In einer Nettogegenrechnung des Aufwuchses solcher prekärer Arbeitsverhältnisse und der statistischen Sonderfaktoren bleibt vom angeblichen Boom am Arbeitsmarkt viel weniger übrig.

Gerade die unsicheren zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse werden teilweise sehr schnell wieder verschwinden, wenn sich die Konjunktur - wie erwartet wird - weiter abschwächt. Nicht vergessen: Bei einer kaputten Verbraucherkonjunktur hängt die Entwicklung des Arbeitsmarktes gefährlich am unsicher werdenden Export. Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes und sieht auch sonst nicht besonders aus.

52 % des Rückgangs an Arbeitslosigkeit und 38 % der Gesamtzunahme an Erwerbstätigkeit (Monatsdurchschnitte) über ein ganzes Jahr entfällt zum größten Teil bereits auf unsichere und in der Regel schlecht bezahlte Zeitverträge:

Die nächste Grafik zeigt, in welchem großem Umfang der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch prekäre Arbeitsverhältnisse und die demographische Entwicklung bestimmt ist. Leider verrät uns die Bundesagentur wieder nicht, obwohl ihr die Zahl bekannt sein sollte, wie viel des Rückgangs an Arbeitslosigkeit auf der von ihr angedeuteten systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus beruht.

Eine zur Vorsicht mahnende Anmerkung zu den Dezember- Arbeitsmarktdaten wird von der Dresdner Bank platziert: Als Grund für die vergleichsweise günstige Dezember-Entwicklung sieht der Volkswirt der Dresdner Bank, Gregor Eder, neben der guten Konjunktur die zunehmend geringeren Ausschläge im Winter. "Der Anstieg der Winterarbeitslosigkeit ist längst nicht mehr so krass wie früher". Dennoch mache sich auf dem Arbeitsmarkt inzwischen die Konjunkturverlangsamung bemerkbar. "Unternehmen werden vorsichtiger, was die Einstellungen von zusätzlichem Personal angeht".

Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes und sieht auch sonst nicht besonders aus. Auf der Basis der letzten Eurostat-Erfassung für das 2. Quartal 2007 hatte Deutschland den höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen in den Alt-EU-Ländern nach Griechenland und Belgien:

Auch sonst ist im internationalen Vergleich die deutsche Arbeitslosenquote auf dem 14. bis 16. Platz von 18 Vergleichsländern immer noch hoch, zumal alle größeren bis auf Frankreich wesentlich niedrigere Raten haben:

Eine ausführlichere Analyse findet Sich auch hier.

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