|
Sarkozys Liebesleben als vorsätzlich inszeniertes Ablenkungsmanöver
Mittwoch 6. Februar 2008 von Dorothea Hahn
Das sind durchsichtige Ablenkungsmanöver. In jedem Fall kann Sarkozy gewiss sein, dass sein Privatleben die Schlagzeilen beherrschen und die anderen Themen in den Hintergrund drängen wird.
Solche Täuschungen funktionieren nicht langfristig. Vordergründig haben die Franzosen nur wenig Interesse an dem neuen EU-Vertrag gezeigt. Doch dahinter verbirgt sich das bittere Gefühl, dass "die da oben" - in Paris, Brüssel und Berlin - ohnehin tun, was sie wollen. Notfalls gegen das massive Wählervotum. Am 29. Mai 2005 haben die Franzosen eine EU-Verfassung abgelehnt. Am 4. Februar 2008 werden ihre Parlamentarier den Weg für einen EU-Vertrag ebnen, der zwar einen anderen Namen, aber einen kaum veränderten Inhalt hat. Da desavouiert ein Parlament das eigene Volk.
Zweieinhalb Jahre nach dem Elan, mit dem die Franzosen die erste populäre EU-Debatte seit den Römischen Verträgen geführt haben, wiegt das schwer. Das Privatleben von Präsident Sarkozy wird schon bald durch neue Turbulenzen neu bewertet werden. Aber die demokratische Frustration rund um den neuen EU-Vertrag wird bleiben und wachsen. Sie wird das Misstrauen der Basis gegen die Elite verstärken. Und sie wird das Vertrauen in die EU weiter aushöhlen.
Per email versenden...
Dorothea Hahn
Weitere Artikel dieses Autors/dieser Autorin
Schlagworte
-
Frankreich
- Nationalstaatlicher Widerstand gegen Jobverlagerung nach China
- Abrissbirne für Frankreichs öffentliche Dienste
- Frankreichs Präsident erprobt zunehmend eigene Wege - ohne Berlin
- Sarkozys Liebesleben als vorsätzlich inszeniertes Ablenkungsmanöver
- EU-Reformvertrag: Irrungen und Wirrungen der französischen Sozialdemokraten
- Mediengleichschaltung
Realisiert mit SPIP 1.9.2c + ALTERNATIVES











