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Überbewertete Währung bereitet nicht nur der Eurozone sondern auch Polen Probleme
Sonntag 17. Februar 2008 von Infoseite Polen
Um 7,5 % hat der Zloty im Jahresverlauf gegenüber dem Euro an Wert gewonnen. Sollte sich der Aufwärttrend fortsetzen, könnten polnische Exporteure Probleme bekommen.
Der designierte Vizipräsident der Nationalbank NBP, Witold Kozinski, schloss in einem Interview mit Radio PIN am letzten Freitag Interventionen der Notenbank jedenfalls nicht mehr grundsätzlich aus. “Wenn der Export schwächelt, dann sollten wir etwas tun, um ihn zu schützen”, erklärte Kozinski.
Direkt nach Kozinskis Radio-Interview reagierte der Devisenmarkt und notierte den Zloty gegenüber dem Euro um 2 Groszy niedriger.
Tatsächlich gilt der Zloty aber immer noch als unterbewertet. Der deutsche Bankenverband errechnete für das Jahr 2007 ein Kaufkraftverhältnis zwischen Euro und Zloty von 1 zu 1,25. Ökonomen gehen trotz der z. Zt. in Polen im Vergleich zum Euro-Raum höheren Inflationsrate von einer weiteren Zloty-Aufwertung aus und rechnen für das Jahresende 2008 mit einem Euro-Kurs von 3,5. Die zur Abwehr von Inflationsgefahren letztens deutlich angehobenen polnischen Zinssätze dürften sogar verstärkt ausländische Kapitalanleger in die polnische Währung locken und deren Kurs nach oben treiben.
Für Polen könnte die weitere Aufwertung seiner Währung vor allem in einem ungünstigen weltwirtschaftlichen Umfeld zum Problem werden. Denn die internationalen Konzerne, die in den letzten Jahren in Polen Industriebetriebe errichtet haben, kalkulierten vielfach ausser mit den billigen Arbeitskräften auch mit einem Währungsvorteil. Und da der Produktionsstandort Polen in Konkurrenz zu anderen osteuropäischen und vor allem asiatischen Ländern steht, könnte es bei einer weiteren Zloty-Aufwertung und einem im Zuge einer weltwirtschaftlichen Abkühlung notwendigen Kapazitätsabbau auch in Polen zu Betriebsschliessungen kommen.
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Infoseite Polen
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